Valparaíso – „Paradiestal“ – Trifft diese Bezeichnung heute noch zu?

Valparaíso (val, kurz für valle = Tal und paraíso = Paradies) liegt an der Westküste Chiles, nur ca. 120 km von Santiago de Chile entfernt und gehört seit 2003 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zahlreiche Schriftsteller, Musiker und Künstler haben sich von dieser Hafenstadt, die auf viele Hügel (cerros) verteilt ist, inspirieren lassen. So z.B. der chilenische Nationaldichter Pablo Neruda, der besonders von den vielen Treppen der Stadt beeindruckt war.

Treppen in Valparaíso

Hafenstadt mit besonderem Flair

Valparaíso ist eine Stadt voller Kontraste. Ich entdeckte wunderschöne künstlerische Elemente und musste aufgrund der hügeligen Lage gleich an Montmartre in Paris (den Stadtteil mit der weißen Kirche Sacre Coeur) denken. Eine Besonderheit in Valparaíso sind die 10 noch funktionierenden Standseilbahnen und Aufzüge (Ascensores de Valparaíso), die den oberen Teil der Stadt (auf Hügeln gelegen) mit dem unteren Teil verbinden und den Bewohnern und Touristen eine schnelle und effiziente Verbindung bieten. Eine Fahrt mit diesen Wahrzeichen der Stadt kann ich dir unbedingt empfehlen! Weitere 16 Aufzüge bzw. Standseilbahnen wurden im Laufe der letzten Jahrzehnte zu historischen Denkmälern erklärt.

Eine weitere Besonderheit sind die zahlreichen hübsch bemalten Treppen in der Stadt.

Neben diesen pittoresken Eindrücken von Valparaíso sah ich allerdings auch sehr viel Armut in der Hafenstadt. Nirgendwo sonst sind mir so viele bettelnde Menschen aufgefallen, wie hier. Generell kann man sagen, dass der Lebensstandard in Chile und Argentinien höher ist als z.B. in den Andenländern Peru und Bolivien. Aber wie fast überall in Großstädten, kommt die Armut in Ballungsräumen dann doch oft sehr deutlich zum Vorschein.

Dennoch ist diese Stadt eine Reise wert, besonders wenn man die Nähe zum Meer mag!

Folgende 5 Empfehlungen habe ich für dich:

  • Besuch der Hügel Cerro Alegre und Cerro Concepción, wo man gemütlich einen Kaffee in einem der vielen netten Restaurants oder Cafés genießen und das künstlerische Flair dieser Stadtviertel aufsaugen kann
  • Fahrt mit mindestens einer der 10 Standseilbahnen bzw. Aufzüge
  • Besichtigung des Museums „La Sebastiana,“ letzte Wirkungsstätte des chilenischen Nationaldichters Pablo Neruda und toller Blick über die gesamte Stadt
  • Spaziergang über die vielen (teilweise toll bemalten) Treppen der hügeligen Stadtviertel
  • Bummel durch die Altstadt, deren Häuser erahnen lassen, dass hier einst viel Geld verdient wurde mit dem Handel von Waren (Valparaíso war früher einer der wichtigsten südamerikanischen Häfen der Pazifikküste)

Fazit

Warum Valparaíso „Paradiestal“ genannt wurde, erschließt sich für mich heute nicht mehr. Ich würde es heute auch nicht mehr so nennen, allerdings muss ich schon sagen, dass es viele wunderschöne einzigartige Ecken hat, die mich sehr an die französische Hauptstadt erinnern, weshalb es mein „Paris des Südens“ ist. 😊


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