Freiheit verspüren…besonders an inspirierenden Orten wie der Sonneninsel im Titicacasee

Meine allererste Reise nach Südamerika trat ich 2008 mit dem Ziel an, eine kleine Gruppe engagierter Deutscher und Schweizer auf einem sozialen Projekt in El Alto bei La Paz, Bolivien zu unterstützen. Ich wohnte reichlich 4 Monate in El Alto bei einer Gastfamilie und half täglich im Zentrum Maya Q’Haruru, wo wir Kinder im Alter von 3-15 Jahren betreuten und ihnen sowohl bei den Hausaufgaben Unterstützung bzw. Nachhilfe gaben, als auch Freizeitmöglichkeiten organisierten, um sie wortwörtlich „von der Straße wegzuholen“. Bolivien zählte schon damals zu den ärmsten Ländern Südamerikas. Dies spiegelt sich z.B. in der Kinderarbeit wider. Kinder verkaufen Süßigkeiten auf den Märkten, Kinder/Jugendliche putzen Schuhe (mit Sturmmaske, damit sie nicht erkannt werden), Kinder helfen ihren Vätern in den Minibussen beim Ausrufen des Fahrzieles und kassieren das Geld ab, während der Vater oder Onkel den Kleinbus fährt.

Ich durfte 10 Schülern das Flöte spielen beibringen.

All diese Eindrücke waren sehr einprägsam für mich und ich werde hier auf meiner Seite sicherlich immer mal wieder ein paar Einblicke in meine damalige Arbeit geben, weil es mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin und ich sehr dankbar bin für diese Erfahrungen.

Was hat das Ganze aber nun mit der Sonneninsel zu tun?

Die Sonneninsel konnte ich in meinen 2 Wochen Urlaub/Ferien über Weihnachten und Neujahr 2008/2009 bereisen. Ich fuhr mit einem öffentlichen Bus von La Paz bis nach Copacabana.

Detaillierte Anreise- und Beherbergungs-Tipps maße ich mir nicht an, zu geben. Dafür gibt es andere gute Reiseblogs und Reiseführer…

Was ich dir aber zeigen möchte, ist die Schönheit dieser wunderbaren Insel, Isla del Sol, und die Einzigartigkeit des Alleinreisens, was für mich vorallem Freiheit bedeutet.

Ich setzte zusammen mit vielen Einheimischen und ein paar anderen Backpackern auf einem kleinen motorisierten Fährboot von Copacabana zur Sonneninsel über. Dort angekommen ging es erst einmal eine lange steile Treppe hinauf.

Bereits unten an der Treppe warteten Kinder auf uns Touristen, die Süßigkeiten haben wollten. Meine persönliche Meinung ist, dass man den Kindern nicht hilft, indem man ihnen Bonbons gibt. Die wenigsten putzen tagtäglich ihre Zähne und es ist gruslig, wie viele Kinder, aber auch Erwachsene verfaulte Zähne haben bzw. werden diese bei den Erwachsenen einfach gezogen und die Leute haben viele Zahnlücken oder wenn sie es sich leisten können, Zahnprothesen. Ich spreche aus Erfahrung, denn ich habe mit meinen gesammelten Spendengeldern aus Deutschland ein Zahnprojekt im damaligen Zentrum Maya Q’Haruru unterstützt. Die Fotos will ich dir hier allerdings ersparen… Ob du den Kindern Süßes gibst, bleibt natürlich am Ende dir überlassen.

Oben angekommen hat man bereits einen wunderbaren Blick auf den umliegenden Titicacasee.

Blick Richtung Isla de la Luna (Mondinsel)

Ich lief anschließend zu meiner Beherbergung und erkundete später ein bisschen die kleine Gemeinde Yumani.

Zum Abendessen durfte ich mir eine gebratenes „Forellen-Schnitzel“ schmecken lassen, natürlich frisch gefangen aus dem Titicacasee.

Dabei empfand ich pure Freude. Es war still, ich hatte einen fantastischen Ausblick auf den Titicacasee, der so groß wirkt wie ein Meer, und genoss den Moment, das Essen und das Alleinsein. So fühlt sich für mich Freiheit an.

Welches Erlebnis kommt dir spontan in den Sinn? Wo hast du dich schon einmal so frei und voller Freude gefühlt?

Den krönenden Abschluss des Tages bildete der Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen strahlte mir die Sonne entgegen und schien zu sagen:

„Mach etwas Wundervolles aus diesem neuen Tag!“

Und das setzte ich sogleich in die Tat um: Ich wanderte um die ganze Insel und welche genialen Ausblicke ich dabei genießen durfte, seht ihr in den folgenden Bildern:

Nach reichlich fünf Stunden hatte ich die Insel einmal umwandert und trat mit großer Dankbarkeit für das Erlebte meine Weiterreise nach Arequipa in Peru an.

PS: Die Sonneninsel spielt in der Mythologie der Inka eine sehr bedeutende Rolle. Deshalb habe ich sie auch im Titel als inspirierend bezeichnet. Lest unbedingt mal nach, was es mit der Sonneninsel auf sich hat. Hier ein kleiner Hinweis von mir: der Puma-Felsen.

Puma-Felsen auf der Sonneninsel im Titicacasee

Was ich dir sonst noch in der (weiteren) Umgebung der Sonneninsel empfehlen kann:

  • Copacabana: Das Dorf liegt auf deinem Weg zur Sonneninsel. Du kommst sozusagen gar nicht daran vorbei, diesen kleinen Wallfahrtsort mal anzuschauen, was sehr empfehlenswert ist.
  • Tiwanaku (Tihuanaco): Diese prä-Inka-Ruinen liegen westlich von La Paz und gehören zu den bedeutendsten archäologischen Stätten Boliviens. Leider zählen sie aber auch zu den größten geplünderten Stätten Südamerikas, da die Steine zum Kirchen-, Eisenbahn- und Gebäudebau verschleppt wurden. Seit dem Jahr 2000 gehört Tiwanaku zum UNESCO- Weltkulturerbe. Ich habe Tiwanaku in einem getrennten Ausflug von El Alto bei La Paz aus besucht.
  • Puno (Peru) am Titicacasee mit den schwimmenden Inseln: Wenn du noch einen anderen Ort am Titicacasee erleben möchtest und sowieso auf dem Weg nach Cusco bist, kannst du einen Stopp in Puno machen. Die schwimmenden Inseln sind allerdings sehr touristisch und ich fand die Sonneninsel sehr viel schöner als Puno

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